Tartes und Tartelettes (Onkel-Back-Tag)

Wenn die 13-jährige Nichte einen Back-Tag mit ihrem Onkel, einer Übernachtungsparty bei einer Freundin vorzieht, dann hat man, denke ich mal, als Onkel alles richtig gemacht.
Der Onkel-Back-Tag ist bei uns keine feste Institution, auch bin ich nicht die treibende Kraft dahinter. Doch ihr könnt euch denken, dass ich der Letzte bin, der nein sagt, wenn meine liebe Nichte an meiner Bäckertür klopft.

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Dazu kam noch, dass sich für das Wochenende Besuch aus Berlin angemeldet hatte. Das Brautpaar, für das ich meine erste Hochzeitstorte machen durfte, feierte den ersten Hochzeitstag und machte auf der Durchfahrt einen Halt für zwei Tage. So konnte ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

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Und als meine Schwester dann meinte, sie würde sich zum Muttertag kleine Tartelettes wünschen, war ich begeistert. Konnte ich doch so nochmal meine Crème Pâtissière machen. Die hatte ich während dem letzten Probebacken zum ersten Mal gemacht und war sofort Feuer und Flamme. Sie schmeckt ordentlich nach Vanille und hat eine wunderbar cremige Konsistenz. Und dann ist sie auch noch vielseitig einsetzbar. Entweder pur, wie bei mir heute, unter frischen Früchten. Oder weiter verarbeitet mit Butter zu einer Buttercreme. Oder in einem Kuchen als cremige Schicht – sie kann auch mit gebacken werden ohne den Geschmack zu verlieren.

Um allen gerecht zu werden, mussten also Tartelettes für meine Schwester und Tartes für den Besuch hergestellt werden.

Insgesamt haben wir 8 Tartelettes (4 x 10 cm und 4 x 12 cm) und zwei Tartes (jeweils 20 cm) gebacken und gefüllt. Es war dann auch nur noch ein bisschen Mürbeteig und Crème übrig. Vom dunklen Mürbeteig haben wir den größten Teil für die 4 x 12 cm Tartelettes verwendet und den Rest zu einer marmorierten Tarte verarbeitet.

Wenn ihr es einrichten könnt, macht die Mürbeteig-Formen, den Karamell und die Crème am Vortag. Dann kann alles auch schön abkühlen. Bei uns hat zwar alles wunderbar geklappt, aber es war immer ein Abwägen, ob der Boden, die Crème oder der Karamell eventuell doch noch zu warm sind.

Und jetzt möchte ich euch auch nicht länger auf die Folter spannen – hier geht es weiter mit dem Rezept.

Zutaten:
Mürbeteig hell:
300 gr. Mehl
2 Eier
140 gr. Butter (kalt)
140 gr. Zucker
Vanillearoma (Vanillezucker, flüssige Vanille, geriebene Vanille)

Mürbeteig dunkel:
120 gr. Mehl
30 gr. Kakao
1 Ei
70 gr. Butter (kalt)
70 gr. Zucker
Vanillearoma

Crème Pâtissière:
6 Eigelbe
2 Eier
250 gr. Zucker
100 gr. Mehl
2 Vanilleschoten
1 Liter Milch

Sahnekaramell:
120 gr. Haselnüsse (gehackt und geröstet)
200 gr. Zucker
480 gr. Sahne

Ihr braucht des Weiteren:
Tartes und/oder Tartelettes-Formen (gebuttert)
Ofen vorgeheizt auf 180°C (Ober-/Unterhitze)
Backpapier (zurechtgeschnitten und zerknüllt)
Linsen zum Blindbacken

Herstellung:
 Aller Anfang ist: Mürbeteig hell/dunkel
Zuerst alle Zutaten für den hellen Mürbeteig in einer Schüssel vermengen und schnell zu einer Teigkugel verarbeiten. In einer Frischhaltefolie im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen. Das Gleiche mit den Zutaten für den dunklen Mürbeteig machen.

Als nächstes haben wir dann die Crème Pâtissière gemacht.
Hierzu zuerst sechs Eier trennen. Die Eiweiße könnt ihr anderweitig verwenden – Macarons, Baiser, etc.
Zu den sechs Eigelb kommen noch zwei ganze Eier dazu.

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Stellt jetzt schon einmal in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze die Milch auf den Herd.

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Mit einem scharfen Messer die Vanilleschoten aufschneiden, auskratzen und das Mark zu den Eiern geben. Die ausgekratzten Schoten in die Milch.
Zu den Eiern dann den Zucker geben und mit dem Mixer kräftig aufschlagen.

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Hat sich das Volumen deutlich erhöht siebt ihr das Mehl darüber und arbeitet es mit kleiner Geschwindigkeit ein, bis ihr eine homogene Masse habt.

Wenn die Milch ein mal aufgekocht ist, nehmt die Vanilleschoten heraus.

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Und nun unter ständigem Rühren (!!!) mit einem Schneebesen, die Milch langsam in die Ei/Mehl-Mischung geben.

Dann alles zurück in den Topf (ich habe hier einen frischen genommen) und bei mittlerer Hitze langsam wieder erwärmen und wenn es köchelt für 5 Minuten köcheln lassen. AUCH HIER STÄNDIG RÜHREN. Die Crème könnte sonst leicht anbrennen.
Es dauert eine Weile, bis alles angedickt ist und köchelt. Bitte nicht die Geduld verlieren…es lohnt sich.
Ich habe die Crème dann in einer Schüssel mit Frischhaltefolie abgedeckt und abkühlen lassen. Die Folie direkt auf die Crème legen und leicht andrücken – dann vermeidet ihr eine Hautbildung.

Und jetzt zum Sahnekaramell.
In einer Pfanne bei kleiner (bis mittlerer) Hitze den Zucker schmelzen lassen (ohne umzurühren!!!). Ist er geschmolzen und leicht bräunlich gebt die Sahne dazu (auch jetzt noch nicht gleich umrühren!!!). Jetzt muss sich der Karamell in der Sahne wieder auflösen. Auf kleiner Hitze fängt es dann an zu blubbern.

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Wenn alles schön köchelt könnt ihr vorsichtig mal testen, wie es mit dem Umrühren ist – einfach aufpassen, dass euch das Karamell nicht kleben bleibt. Dann kann eigentlich nichts schief gehen. Ihr merkt schon, wie die Sahne langsam den Karamell auflöst und könnt und müsst dann auch umrühren. Es dickt dann ein und dann wird das Umrühren auch immer wichtiger, damit nichts anbrennt. Hat das Karamell dann leicht eingedickt gebt die leicht gerösteten, gehackten Haselnüsse dazu.
Mit der Zeit bekommt das Karamell eine zäh fließende Konsistenz, dann könnt ihr es in eine Schüssel zum Abkühlen geben. In dieser Zeit wird es auch etwas dunkler. Gebt einfach Acht, dass die Pfanne nicht zu heiß wird.

Nach der Herstellung der Crème und des Karamells dürfte jetzt auch genügend Zeit um sein, in der der Mürbeteig im Kühlschrank geruht hat. Dann kommen wir jetzt zum nächsten Schritt:

Das Backen der Mürbeteig-Förmchen.

Zum Backen fettet ihr zuerst eure Formen. Dann holt den Teig nach Bedarf aus dem Kühlschrank. Belegt eure gefetteten Förmchen und Formen mit dem Teig.

Zum Blindbacken das zugeschnittene Backpapier zerknüllen, wieder entfalten (dann kann man es besser an die kleinen Förmchen anpassen) und mit leichtem Druck in die Form pressen. Dazu dann zur Stabilität Linsen auf das Backpapier geben. Das verhindert, dass der Teigboden hoch geht und/oder der Rand absinkt. Bei 180°C Ober-/Unterhitze für 20 Minuten im Backofen backen und dann das Backpapier mit den Linsen vorsichtig entfernen und nochmal für 5-10 Minuten backen. Die 20cm-Form habe ich etwas länger drin gelassen.

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Und während alles abkühlt, könnt ihr euch schon mal daran machen eurer Obst vorzubereiten – falls nötig. Der Phantasie sind hier ja keine Grenzen gesetzt. Dieses Mal hat die Auswahl auf dem Wochenmarkt das Aussehen bestimmt. Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren waren verfügbar.

Als Grundlage habe ich den Sahnekaramell genommen und darauf die Crème gespritzt.

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Und das war es auch schon wieder für heute.

Ich hoffe, ich konnte euch dazu verleiten, die Tartelettes bzw. Tartes auch einmal zu machen.

Liebs Grüßle

Euer Robby(licious)

8 Kommentare zu “Tartes und Tartelettes (Onkel-Back-Tag)

  1. Sehr süß dieser Nichte-Onkel Backtag 😍 hat die Hochzeitstorte gefallen??

    Gefällt 1 Person

  2. lieberbacken sagt:

    Oh, sieht das herrrrrlich sommerlich aus. Eins für mich bitte reservieren 😉
    Lg Elli

    Gefällt 1 Person

  3. cornelia1972 sagt:

    Deine Nichte kann sich glücklich schätzen – bei uns gibt es immer einen „Mama-Tochter-Back-Tag“ – aber meine Tochter (16) hätte mit meinem jüngsten Bruder (23) sicher mehr Spaß – leider ist er kein Bäcker – er isst meine Kuchen lieber;-) herzliche Grüße

    Gefällt 1 Person

  4. heidibaier@t-online.de sagt:

    Hi Robert,
    was für eine tolle Farbenpracht ! Allein die lädt zum reinbeißen ein. Deine Nichte ist stolz auf ihren Onkel.
    BussiMa

    Gefällt 1 Person

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