Buchteln (gefüllte süße Bällchen)

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Mein erstes Blog-Rezept im neuen Jahr. Ich hoffe, ihr seid alle gut angekommen und habt das neue Jahr gut begonnen.

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen, das ich in letzter Zeit schon mehrmals machen durfte. Und das obwohl mein lieber Schatz mir für den Januar eigentlich ein Backverbot erteilt hatte. Aber ihr merkt schon, die Betonung liegt hier auf dem kleinen Wörtchen „eigentlich“.

Nach dem Weihnachtsbackmarathon über insgesamt drei Wochenenden hatte ich mir selbst auch schon eine Backpause verordnet. Doch wie es halt so ist, nach ein paar Tagen stöbert man schon wieder in irgendeiner Rezeptsammlung, kramt alte Zeitschriften vor oder schnuppert Online in ein paar Back-Blogs hinein.

Das Ergebnis bei mir war, dass ich für Weihnachten 2015 dann eine Torte als Nachtisch gebacken habe. Das gibt demnächst einen separaten Blog-Bericht. Praktisch zeitgleich kam auch die Einladung zu Silvester im kleinen – wirklich kleinen – Kreis und ganz klar die Aufgabe für mich, den Nachtisch mit zu bringen.

Entschieden habe ich mich dann für die Buchteln. Das ist ein Hefegebäck, nett angeordnet als kleine Bällchen oder im größeren Stil in der Größe von Dampfnudeln. Mir persönlich gefällt die kleine, gefüllte Version am Besten – und die stelle ich euch heute auch vor.

Gleich vorab – habt keine Angst vor dem Hefeteig. JA – er ist eine Diva. Genauso wie Macarons für mich die weibliche Diva beim Backen darstellen, ist der Hefeteig das männliche Gegenstück dazu. Ihr kennt das ja aus den einschlägigen Medien. Elton John, Wolfgang Joop, George Michael – alles Diven – um nur die zu nennen, die mir gerade einfallen. Doch genauso wie diese Herren hinter der Fassade nur eines sind: Menschen – so ist der Hefeteig unterm Strich nur eines: ein Teig.

Ein paar Tipps beachte ich natürlich – wie bei jedem anderen Teig auch. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Hefeteig extrem dankbar ist, wenn man sie befolgt. Welche das bei mir sind werde ich euch im Verlauf des Rezeptes beschreiben.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Nachbacken.

Zutaten:
250 ml lauwarme Milch (nicht wärmer als 37°C)
1 Packung frische Hefe
60 gr. Zucker
1 TL Vanillezucker o.ä.
80 gr. Butter (zimmerwarm, klein gewürfelt)
1 Ei (zimmerwarm)

500 gr. Mehl
1 Prise Salz

Zum Bestreichen:
ca. 50 gr. geschmolzene Butter

Ihr braucht des Weiteren:
Küchentuch zum Abdecken
Form rund 28 cm oder eckig, gebuttert und mit braunem Zucker bestreut
Etwas Puderzucker zum Bestreuen
Ofen für die Ruhezeit auf 50°C (Ober-/Unterhitze)
Ofen für die Backzeit auf 200°C (Ober-/Unterhitze)

Herstellung:

Zuerst die Milch lauwarm erwärmen. Hier aufpassen, die Milch sollte nicht wärmer als 37°C sein – dann seid ihr auf der sicheren Seite. Alles was heißer ist kann dazu führen, dass die Hefebakterien abgetötet werden.

Während die Milch langsam erwärmt bereite ich der Hefe schon mal ein komfortables Bett vor.

Hierzu gebe ich in eine Schüssel zuerst das Mehl. Am Rand verteile ich dann die Prise Salz, das Vanillepulver und die zimmerwarme, weiche Butter. Und in die Mitte mache ich einen großen Krater für den Zucker und die zerbröselte Hefe.

Ist die Milch dann lauwarm gebe ich sie in den Krater und lasse alles für 10 Minuten gehen. Dadurch entsteht in der Mitte der Vorteig.

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Nach den 10 Minuten gebe ich dann das – zimmerwarme – Ei dazu und beginne ordentlich zu kneten – mit meinen warmen Händen.

Hefe-Tipps und Mythen (wer weiß schon den Unterschied):
Einschlägigen Informationsquellen zu folge fühlt sich der Hefeteig bei 25°C am wohlsten. Auch mag er wohl kein Metall. Und warme Hände soll man haben – zur Not unter warmen Wasser etwas erwärmen.

Unterm Strich heißt das für mich einfach nur, dass man tatsächlich zimmerwarme Zutaten verwenden sollte und nicht gerade im Winter auf dem Balkon den Teig knetet. Manche geben sogar ihr Mehl für kurze Zeit in den Ofen. DAS halte ich jetzt für übertrieben!

A propos Ofen – den könnt ihr jetzt auf 50°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

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Nach etwa fünf Minuten ordentlichem Kneten sollte der Teig sich von der Schüssel und von euren Händen lösen. Ihr könnt auch alles auf einer Arbeitsplatte kneten. Erst durch das anhaltende Kneten werden die Hefe und die Klebeeigenschaften des Mehls so richtig aktiviert. Also eher etwas länger als zu kurz kneten. Ich schlage meinen Hefeteig am Ende immer ordentlich durch. Mit der Faust, mit der Handkante…ihr werdet sehen, der Teig wird immer geschmeidiger.

Dann darf der Teig abgedeckt für eine Stunde ruhen.

Ich persönlich mache das im auf 50°C vorgeheizten Ofen. Den könnt ihr jetzt abschalten und die abgedeckte Schüssel reinstellen. Lasst die Ofentür einen Spalt offen.
Nach der Ruhezeit muss der Teig sich vom Volumen her deutlich vergrößert haben. Sollte das einmal nicht der Fall sein – nicht verzagen. Manchmal braucht er auch etwas länger.

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Um alles besser im Griff zu haben, halbiere ich jetzt den Teig und knete ihn noch einmal ordentlich durch. Eventuell mit etwas Mehl – aber nur soviel nötig ist, dass er euch nicht auf der Arbeitsplatte kleben bleibt.

Ist der Teig richtig schön geschmeidig könnt ihr ihn ausrollen.
Mit einem scharfen Messer gleich große Quadrate ausschneiden. Meine waren ca. 8×8 cm groß.

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In die Mitte gebt ihr dann die Füllung eurer Wahl. Theoretisch geht alles, auf das ihr Lust habt. Es sollte nur nicht zu flüssig sein.

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Die einzelnen Quadrate nehmt ihr dann an den Ecken und drückt sie zusammen, damit alles schön dicht ist und legt sie auf dieser Seite in eure Form.

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Die Teigreste lasst ihr erst einmal auf der Seite. Dann macht ihr das Gleiche mit der zweiten Hälfte des Teiges und zum Schluss die jeweiligen Reste genauso verarbeiten.
Die gefüllte Form lasst ihr dann noch einmal abgedeckt 30 Minuten gehen. Dann geht der Teig noch einmal etwas und die Zwischenräume werden zum Großteil geschlossen.

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Bevor es in den Ofen geht bepinselt ihr sie noch mit flüssiger Butter und lasst sie ca. 20 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze im Ofen fertig backen.

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Wie ihr seht habe ich euch Bilder von zwei verschiedenen Backtagen mit verschiedenen Formen hochgeladen. Bei der runden Form war etwas Teig übrig – den habe ich dann in kleine Schälchen gesetzt, in denen ich normalerweise Crème brûlée mache.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und ich konnte euch zum Nachbacken animieren.

Liebs Grüßle

Robby(licious)

6 Kommentare zu “Buchteln (gefüllte süße Bällchen)

  1. Ich liebe Buchteln! Meine Oma kam aus dem Sudetenland, und sie hat die allerbesten Buchteln gemacht. Da werden Kindheitserinnerungen wach!

    Und das mit dem Backverbot kenne ich auch… Ich hatte gestern einen backfreien Tag – weil ich aber heute Brot backe, musste ich doch Mehl richten, Sauerteig machen, das zählt aber alles nicht als Backen… 😉

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende! Und Buchteln muss ich auch mal wieder machen…

    Meike

    Gefällt 1 Person

  2. Oooch ! Obs dus glaubst oder nicht… die spuken seit Tagen auch in meinem Kopf rum- haben es bis jetzt aber noch nicht in den Ofen geschafft 😉 ! Aber mit deinen Fotos müsste es eigentlich klappen 🙂 ! Grüsse von Anja

    Gefällt 1 Person

  3. Hans-Georg sagt:

    Ich hab mich in diesem Jahr auch noch nicht ans Backen getraut. Scheinbar sind wir dauersatt.
    Frage: Ist es mit Trockenhefe nicht viel einfacher?

    Gefällt 1 Person

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